5. März 2017

Es gibt Tage, da hauen einem zwei, drei nebenhin gesprochene Sätze für Stunden die Füße weg unterm Hintern, was eben noch im Kopf war, ist weg, dafür geistert allerlei darin herum, das noch weiter weg führt. Man nennt dies einen Scheißtag und könnte ihn noch am ehesten ertragen, wenn es keine Pflichten gäbe. Die aber gibt es, ob jemand darauf Rücksicht nimmt oder nicht. Immerhin: der tiefe Sinn von „zur Tagesordnung übergehen“ offenbart sich als Weg aus einem in Unordnung gebrachten Tag, nicht als Schritt vom Höhenflug zum Tiefflug oder von der Ausnahme zur Regel. In China ist dies der Lei-Feng-Tag, von dem nicht bekannt ist, ob er absichtlich auf den Todestag von Stalin gelegt wurde. Lei Feng war selbstlos und bescheiden, sagt die Heldensage. Stramme Diktaturen lieben solche Vorbildfiguren, man könnte sie Ikonen der Mangelwirtschaft nennen. Leider mag auch liberaler Reichtum den Typus, sein Lei-Feng-Tag heißt „Tag des Ehrenamtes“.


Joomla 2.5 Templates von SiteGround