6. März 2017

Wie es ist, wenn jemand 88 Jahre alt wird, kann ich aus nächster Nähe beurteilen. Es gibt Dinge, die noch sehr gut gehen, es gibt Dinge, die überhaupt nicht mehr gehen wollen. Es gibt Abschiede in Serie. „Vertrackte Affären“ heißt das Buch von Günter Kunert, das gerade erst in meinem Regal gelandet ist, ein Geburtstagsgeschenk für mich. Hätte ich darüber Buch geführt, an wie vielen Geburtstagen seit 1990 ich mir Kunert-Bücher schenken ließ oder selbst schenkte, das gäbe sicher eine ansehnliche Reihe. Mit dem Lesen bin ich nicht mehr nachgekommen und das macht mir mehr schlechtes Gewissen als der Umstand, dass ich von einer heißen Volker-Weidermann-Liste der 50 Romane, die einen SPIEGEL-Kanon der „Bücher unserer Zeit“ bilden seit Oktober 2016, exakt 50 nicht gelesen habe. So bin ich halt ein hoffnungsloser Fall, Vergangenheiten verfallen und solchen hochkomischen Autoren, die mehr als 80 Bücher schrieben, aber nur einen einsamen Roman dabei.


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