9. April 2017

Nun, woran denken wir? Nein, daran nicht. Und das hat einen einfachen Grund. Im Kalender steht: Erste Kritik von „Minna von Barnhelm“. Tatsächlich: Vor haargenau 250 Jahren, am 9. April 1767, erschien in der „Berlinischen privilegirten Zeitung“ (kein Schreibfehler) die erste Rezension der gedruckten Fassung, die wiederum zur Ostermesse bei Voß erschienen war. „Die Wirkung des Stücks ist, dass es oft zum Lachen, weit öfter zum Lächeln und nicht selten zu Thränen bewegt.“ Schrieb Anonymus, ein damals sehr fleißiger Kritikus. Und schon am 14. Mai zog dieselbe Zeitung den seither unausrottbar gewordenen Vergleich des Majors Tellheim mit dem ruhmreichen Ewald von Kleist. Ich las das Werk pflichtgemäß in der Schule im fernen Jahr 1968, ohne sofort unheilbar an Minna-Allergie zu erkranken. Wenn es wo gespielt wird, gehe ich hin, und bin stets froh, dass Lessing keiner ist, dessen Dramen modern, während seine Romane allerorts auf Bühnen hampeln.


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