2. November 2017

An ihrem zwanzigsten Geburtstag starb Hans Erich Nossack. Das ist heute vierzig Jahre her. Nossack ist ziemlich vergessen, selbst der Umstand, dass Christa Wolf in ihrer Margarethen-Phase einmal über ihn schrieb, ist nicht mehr von Bedeutung. Hera Lind dagegen, die damals ganz unantikisch Herlind Wartenberg hieß, hatte 1977 noch ihre komplette Traumfrauen-Superweiber-Karriere vor sich. Sie nutzte ihre erste Schwangerschaft zum Schreiben ihres ersten Romans und fortan schrieb sie immer, wenn sie schwanger war, einen Roman über eine Frau, die Romane schreibt, während sie schwanger ist. Das wurde irgendwann nach dem fünften oder siebenten Versuch zwar ein wenig monoton, aber nur für Kritiker und Verfilmer, nicht für die Milliardenschar ihrer Leserinnen ohne Binnen-I. Hera Lind bewies, dass man vielfache Mutter, vielfache Autorin und außerdem noch Talkshow-Dauergast sein kann. Jetzt ist sie 60, selbst das kann sie ganz locker.


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