7. Juni 2025
Den Dorotheenstädtischen Friedhof werde ich heute und morgen nicht aufsuchen, denn ich fahre nicht nach Berlin, sondern nach Dresden. Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof fand Werner Krauss, der Romanist, seine letzte Ruhe, der wenige Wochen nach meiner Verehelichung, deren 49. Jahrestag ich nebenher während des großen Geburtstagsfestivals in der Dresdener Heide begehe, verstorben ist. Heute ist sein 125. Geburtstag, an Büchern von ihm habe ich immerhin acht im Besitz mit so aufregenden Titeln wie „Aufsätze zur Literaturgeschichte“, „Zur Anthropologie des 18. Jahrhunderts“, „Die Innenseite der Weltgeschichte“, „Essays zur französischen Literatur“. Die Professoren alten Stils vertrauten noch auf das uneingeschränkte Interesse ihrer wenigen Leser. Wer liest nicht gern einmal „Werk und Wort“ oder „Perspektiven und Probleme“. Immer besser als „Tradition und Fortschritt“, wie wahrscheinlich schon 46 Bücher hießen von mehr als 49 Autoren.