16. Juli 2025

„Das, was man so Gewissen der Nation nennt, hat in der Brust eines Schriftstellers keinen Platz, das müsste ein Rieseninstrument sein.“ Sagte Heinrich Böll am 30. Juli 1975 Reinhart Hoffmeister in einem Interview. Der moderierte damals die ZDF-Sendung „aspekte“, die ich heute oft nur schwer erträglich finde, damals aber, wenn sich die Gelegenheit ergab, gern sah. Am 3. April 1945 schrieb Böll an seine Frau Annemarie: „Nun bin ich schon wieder bald acht Tage an der Front; es geht mir gut; der Schlaf ist etwas knapp, aber dafür leben wir gut. … Wenn wir mehr und bessere Waffen hätten, würden wir mit denen wirklich spielend fertig.“ Da können wir wirklich froh sein, sonst hätten uns die Amerikaner, denen Böll zu Leibe gerückt wäre, wenn er gekonnt hätte, nicht mit ihrer Demokratie und ihrer Freiheit beglückt. So aber liefern sie großzügig „Patriot“ an die Ukraine, wir bezahlen. Heute vor 40 Jahren starb Heinrich Böll, dessen frühe Erzählungen ich weiterhin liebe.


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