30. Juli 2026
Friedrich Merz ist in der Politik so etwas wie der Chris Dercon der Berliner Theaterlandschaft. Eine ihre Eigenmacht genießende Multiplikatoren-Klientel gab dem Mann für die Nachfolge des Regie-Wüterichs vom Rosa-Luxemburg-Platz von Beginn an nicht die Spur einer Chance. Man hätte ihn scheitern lassen können, eine ganze Philosophie und zusätzlich Phänomenologie des Scheitern hätte schöne Feuilleton-Seiten gefüllt, mit vergossenen Krokodilstränen hätte man der Austrocknung per Klimawandel ausgesetzten Elbe aufhelfen können. Nun: trockne weiter, liebe Elbe, am Ende ist immer die CDU schuld. Sie müsste für solche Zwecke eigens erfunden werden, gäbe es sie nicht schon als immer noch ansehnlichen Rest einer Volkspartei. Von der SPD redet niemand mehr, der ernst genommen werden will, die AfD ist auf Dauer für echte Blutwallungsträger als einziger Feind dann doch langweilig. Wohin treibt die Bundesrepublik, fragte einst Karl Jaspers. Wohin denn nur?